Meldung 58 Paketkarten

Ein interessantes und spannendes Thema sind die Paketkarten. (Siehe auch Meldung 56 Auslandspaketkarten in RB 28). Es gibt noch Paketkarten in ausreichenden Mengen zu kaufen. Ich stelle neben den „normalen“ Paketkarten auch Paketkarten mit Besonderheiten vor.

Die nachstehende Paketkarte ist auch nicht alltäglich! Es handelt sich hier um ein dringendes Eilbotenpaket über 5 kg von Landsberg nach Etzin vom 26.6.1920. Das Porto betrug:

Paket bis 5 kg    2,00 Mark
Eilbote               1,50 Mark
Dringend            4,00 Mark
                         7,50 Mark
                        ========
Das Porto wurde durch 10x Mi.-Nr. 24a belegt. Es handelt sich um eine seltene Mehrfachfran-katur







Meldung 57
Die Abstimmung

Unter diesem Titel berichte ich direkt über die Abstimmung, deren Abläufe und deren Utensilien. Zu Beginn zeige ich rechts ein Bild von der Wahlurne vom Kreis Oppeln – Stadt. Das Bild bekam ich von Sfr. Helmut Oeleker.



Meldung 56 Auslandspaketkarten

Ich wurde von verschiedenen Sammlerfreunden auf dieses Thema angesprochen. Daher möchte ich die mir bisher bekannten Auslandspaketkarten und die Länder auflisten.

Es ist sehr schwer, Auslandspaketkarten zu finden. Ich vermute, daß im Verhältnis auf 100 In-landspaketkarten eine Auslandspaketkarte kommt.
Auch die verschiedenen, nur europäischen Länder, sind sehr begrenzt.



Meldung 53 Polnische Telegramm-Quittungen für Oberschlesien

Im polnischen Fischer-Katalog TOM II wird bei den Ganzsachen eine Ausgabe von Telegrammquittungen für Oberschlesien aufgeführt und zwar mit drei verschiedenen Aufdrucken:

Fischer-Katalog-nummer Nennwert der Ganzsache


Markenfarbe und Farbe des Aufdruckes

Aufdruck

Nr. 10

10,-- Mark

dunkelblau mit rotem Aufdruck

Wartość  /   1 mk. 50 fen., niem.

Nr. 11

20,-- Mark

rot mit blauem Aufdruck

Wartość  /   3 mk. niem.

Nr. 12

80,-- Mark

blau mit blauem Aufdruck

Wartość  / 25 mk. niem.

Der Aufdruck auf der Quittung der Nr. 10 existiert mit drei leicht verschiedenen Stempeln. Die deutsche Übersetzung des polnischen Aufdruckes lautet z. Bsp. Wert 3 Mark, Deutsch.

Bei diesen drei polnischen Telegrammquittungen handelt es sich um polnische Ganzsachen mit eingedrucktem, polnischem Wertzeichen rechts oben, die durch die vorstehend angegebenen Stempelaufdrucke für Oberschlesien bestimmt waren. Es sind dies Telegramm-Auflieferungs-Bescheinigungen, auf welchen sowohl der Absendeort, der Empfangsort, die Aufgabezeit und die Wortzahl sowie auch die Telegrammgebühr bescheinigt werden.

Bis heute habe ich die Telegrammquittung Nr. 10 nicht im Original oder als Kopie gesehen. Nachstehend bilde ich die Telegrammquittungen Nr. 11 und Nr. 12 ab.



Meldung 52 Eisenbahn-, Gebühren-, Kosten-, Stempel-, Steuer- und Versicherungsmarken von Oberschlesien

Für Oberschlesien-Sammler sind diese Marken von großem Interesse, da dieselben in der Abstimmungszeit in Oberschlesien gültigen derartigen Marken aufgrund der „Verordnung, betreffend Überdruck der Steuerstempel“ (siehe nachstehend) mit dem Zeichen der Kommission, den Buchstaben C.G.H.S., gekennzeichnet werden mußten.





Meldung 48  Schlitzlochung

Durch eine aktuelle Prüfvorlage greife ich die alte Meldung 97 der Arge Oberschlesien wieder auf. Rolf Ritter hatte damals bei einem Besuch eines OS-Sammlers zwei Marken der Mi.-Nr. 1 mit Unterrand oder Zwischensteg mit Schlitzlochung in dessen Sammlung entdeckt. Schlitzlochung ist die Definition von Ritter. Die zwei Marken, die Ritter fand, kann ich nur in schwarzweiß abbilden.

                            



Meldung 45 PAA - Ausschüsse

Im Internet kann man immer wieder nette Funde machen. Kürzlich sah ich nachstehend aufgeführten, eingeschriebenen Brief aus Noldau nach Berlin. Mir fiel sofort die verblaßte Schrift am oberen Rand auf. Ich kannte dies von einem PAA-Brief aus Ujest, der ähnlich aussieht.
Nur ein weiterer Interessent hat diesen Brief als PAA-Brief bemerkt und ich konnte ihn schließlich erwerben.





Der Text des Stempels lautet:               Paritätischer Ausschuß für Steinersdorf Kr. Namslau
                                                                                   Abstimmungssache!

Der Ort Steinersdorf liegt im Kreis Namslau, an der Grenze zum Deutschen Reich. Er besaß keine eigene Postagentur, und dadurch mußte der Paritätische Ausschuß seine Post beim Post-amt im benachbarten Noldau aufgeben.


Meldung 38 Polnische Grenzkontrolle

Zu dieser Meldung wurde wieder ein mir neuer, unbekannter Beleg vorgelegt.



Es ist ein seltener Fernbrief von Kattowitz (eigentlich Sosnowice) nach Siemensstadt vom 21.7.1920. Der Absender ist eine Firma in Sosnowice. Der Ort liegt in Polen nahe der oberschlesischen Grenze, so daß der Brief mit der oberschlesischen Post verschickt werden sollte.
Da die Post von Polen ins Ausland länger dauert als die „innerdeutsche“ Post, wollte der Absender den Brief über die Grenze nach Kattowitz bringen und von dort aus versenden. An der Grenze wurde der Brief beanstandet und es wurden 50f verklebt. Wieso dieser Wert verklebt wurde ist unklar, denn das entgangene polnische Fehlporto betrug bei einem Brief bis 20gr. 1,00 polnische Mark. Auf einzelnen, bisher bekannten Belegen, wurde dieses Fehlporto mittels Freimarke beglichen.


Meldung 36   Östliches Oberschlesien – Reguläre Ausgabe


Einen neuen, sensationellen Fund kann ich Ihnen präsentieren. Ein Sammler fand das nachstehende 20-iger Bogenteil der Ausgabe: Östliches Oberschlesien - Reguläre Ausgabe Mi.-Nr. 2Uo. Bei der oberen Markenreihe fehlt die obere Zahnreihe. Für den nächsten Michel - Spezial - Katalog veranlaßte ich eine Aufnahme der Mi.-Nr. 2Uo.


Das Bogenteil wurde mittlerweile in Viererblöcke, analog der Stempel, aufgeteilt.


Meldung 35   Die Ganzsachen

Die Ganzsachen P3 (10 Pf. Orangerot) und P4 (15 Pf. Violett) haben als Wertstempel das Motiv der sog. Landschaftsserie (Mi.-Nr. 13 - 29) und wurden in den entsprechenden Markenfarben gedruckt. Das Schriftband entspricht genau dem der ersten Ganzsachenausgabe. Die Auflagenhöhe ist nicht bekannt.
Die Ganzsachen sollen nach dem polnischen Katalog im März 1920 erschienen sein. Das bisher bekannte früheste Stempeldatum bei der P3 ist allerdings der 11.4.1920 und bei der P4 der 3.4.1920. Es ist daher anzunehmen, daß diese beiden Ganzsachen erst Anfang April 1920 über die Postschalter in den Verkehr gebracht wurden.
Bei meinem Besuch der Messe in Sindelfingen im Oktober, habe ich nachfolgende Ganzsache P4 gefunden. Sie wurde am 1.4.20 in Oppeln geschrieben und nach Görlitz befördert. Sie ist somit die bisher älteste Ganzsache P4. Welcher Sammler hat noch ältere Ganzsachendaten?






Meldung 34  PAA – Buchstabenzahlenstempel

Sfr. Wolf-Detlef Röttger hat nachstehende Postkarte erworben. Auf der Postkarte ist der Dienststempel des Kreiskontrolleurs von Oppeln Stadt und des Interalliierten Büros im Stadtkreis Oppeln abgeschlagen sowie ein kleiner Einkreisstempel mit einem Buchstaben und einer Zahl. Sfr. Röttger beschäftigt nun die Frage, welche dienstliche Aufgabe dieser Einkreistempel hatte.





In den alten Unterlagen der Arge Oberschlesien habe ich in der Beilage 96 zum Rundschreiben 80 von einem Buchstaben / Nummernstempel Z mit der Nummer 60 gelesen. Eine Abbildung gab es leider nicht. Der Stempel soll von der 2. Wahlabteilung Landsberg aus dem Kreis Rosenberg verwendet worden sein.

Daraus ergibt sich folgende Ergänzung (in Fettschrift) bei der Zuordnung der Buchstaben.

A      =       Kreis Königshütte                                       N      =          Kreis Tost

B      =       Kreis Ratibor Stadt                                     O      =          Kreis Pless (Radostowitz) ??

C      =       Kreis Pless                                                  P      =          Kreis Cosel

D      =       Kreis Kreuzburg                                          Q      =          Kreis ??

E       =       Kreis ??                                                        R      =          Kreis Leobschütz

F       =       Kreis Beuthen Land                                   S       =          Kreis Oppeln Land

G      =       Kreis ??                                                         T       =          Kreis Groß-Strehlitz

H      =       Kreis Ratibor                                                U       =          Kreis Kattowitz

I        =       Kreis Hindenburg                                       V       =          Kreis Kattowitz Stadt

J       =       Kreis ??                                                       W      =          Kreis ??

K      =       Kreis Beuthen Stadt                                    X      =          Kreis Oppeln Stadt

L       =       Kreis Rybnik                                                Y       =          Kreis ??

M     =       Kreis Gleiwitz                                                Z      =          Kreis Rosenberg


Damit sind die Kreise Lublinitz, Neustadt, Namslau, Tarnowitz, Gleiwitz Stadt und Königshütte Stadt noch nicht zugeordnet.



Meldung 32  Postlagerkarte / postlagernde Sendungen

Zu diesem Thema möchte ich zuerst zwei nicht alltägliche Belege vorstelle. Es handelt sich um zwei Fernbriefe an eine Postlagerkarte. Was sind Postlagerkarten?
Postlagerkarten wurden 1910 eingeführt. Die Karte berechtigte zum Empfang gewöhnlicher Briefsendungen, die die Bezeichnung „Postlagerkarte“ sowie die in der Karte angegebene Nummer und den Namen der ausstellenden Postanstalt trugen. Ihre Bedeutung bestand darin, Briefsendungen ohne persönliche Aufschrift vor der Abholung durch Unbefugte zu schützen. Die Postanstalten stellten Postlagerkarten auf Antrag an Jedermann gegen eine Ausstellungsgebühr aus, ohne einen Ausweis über die Person des Antragstellers zu verlangen. Als Gültigkeitsdauer war ein Monat vorgesehen oder, gegen Zahlung der Gebühr für jeden Monat der Gültigkeit, Verlängerung auch für mehrere Monate bis zur Dauer eines Jahres zulässig.

Dieser Fernbrief in der 1.Gewichtsstufe (-20gr.) von Königshütte nach Zittau ist an eine Postlagerkarte Nr.39 gerichtet. Das Porto wurde mit 1x Mi.-Nr. 18 und 1x Mi.-Nr. 22c belegt. Es setzt sich aus Briefporto 60 Pfennig und 10 Pfennig für die Lagergebühr zusammen.


usw.


Meldung 29  Die Grenzspende

Neben den Grenzspendenkarten wurden auch Tombolas zur Spendensammlung für die Finanzierung des deutschen Abstimmungskampfes durchgeführt. Unten stehendes Los einer solchen Tombola stammte aus der Sammlung von Sfr. G. Torz.







Meldung 27  Neues vom Internet

Speziell bei dem Internetauktionshaus Ebay kommen immer wieder spektakuläre Auktionen zustande. Nachstehender Brief kam Mitte März 2012 zur Versteigerung:
Es handelt sich um einen sehr seltenen britischen Kommissionsbrief vom August 1920 von Oberschlesien nach Madras / Indien mittels Overland Mail an die dortige indische Polizei. Das Startgebot lag bei US $ 9,99. Der Zuschlag erfolgte bei US $ 665,-- !!!!!!!!
Bei dieser Auktion habe ich auch vergeblich mitgesteigert. Glückwunsch an den Höchstbieter, einem Sfr. aus Warschau!!







Meldung 26 
Beförderungswege eines Ganzstückes

Ich konnte nachstehende Ganzsachenkarte von Sfr. Gerhard Torz erwerben. Sie sieht zwar nicht gerade frisch aus, hat mich aber wegen des interessanten Postweges fasziniert.
Abgestempelt wurde sie am -6.5.20 in Königshütte und um 15 Pf. unterfrankiert nach Köln befördert. Angekommen ist sie in Köln und mit 30 Pf. Nachporto belegt, siehe Stempel CÖLN (RHEIN) (PORTO) 1. Es wurde versucht, die Postkarte bei einem Fritz Voss zuzustellen. Die-ser war nicht der Empfänger. Daraufhin kam der Stempel CÖLN 1 ENTLASTET 10 5 20 auf die Karte. Ein Postbeamter schrieb dann eine Adresse von Cöln – Ehrenfeld darauf und die Karte wurde am 14.Mai.20 „Wiederholt“ vorgelegt.

   


Meldung 24  Zensur während der Rheinlandbesetzung

Fernbrief von Kattowitz nach Düsseldorf vom 2.8.1921. Das Porto wurde durch 2x Mi.-Nr. 20 mit Zwischensteg belegt. Da Düsseldorf zu diesem Zeitpunkt von den Franzosen besetzt war, wurde der Beleg durch die französische Zensur geöffnet und mit dem Zensuraufkleber wieder verschlossen.





Meldung 20  Stempel d. Dienstmarkenkontrollen bei d. Amtsgerichten

Rolf Ritter hat im Handbuch vom Abstimmungsgebiet Oberschlesien unter Abt. D g) 4. dieses Thema schon einmal aufgeführt. 

Durch einen entsprechenden Kauf eines Dienstbriefes mit einem solchen Stempel, habe ich mich wieder an dieses Thema erinnert. Die Anzahl der bisher bekannt gewordenen Belege mit solchen Stempeln ist sehr gering. Bis heute wurde keine entsprechende Verordnung oder Verfügung aus dem Justizbereich gefunden. Bisher sind drei verschiedene Stempel der Dienstmarkenkontrolle aus der Abstimmungszeit bekannt. Sie stammen aus den Orten: Beuthen, Königshütte, Rosenberg

Die unterschiedliche Gestaltung der drei bisher bekannten Stempel läßt auf eine lokale und keine zentrale Beschaffung schließen.

Von allen drei aufgeführten Stempeln sind mehrere Belege bekannt. Mir liegen selbst nur vier Dienstbriefe mit diesen Stempeln vor. Nachfolgend bilde ich die Stempel und ein paar Belege ab.

                         






Meldung 13  Seltene Destinationen   

Als weiteren interessanten Beleg „Von Oberschlesien in die weite Welt“ möchte ich Ihnen eine sehr seltene Destination nach Kyoto / Japan vorstellen. Der portogerechte Brief wurde am 8.4.22 zuerst von Kattowitz nach Kairo / Ägypten befördert. Rückseitig befindet sich der Ankunftstempel von Cairo vom 18.4.22. Der Brief wurde dann weiter über Port Said nach Kyoto / Japan ohne zusätzliches Porto befördert. Auf der Briefvorderseite befindet sich ein handschriftlicher japanischer Postvermerk.
Bis heute kenne ich nur noch einen eingeschriebenen Brief und eine Postkarte nach Japan.


Heute möchte ich Ihnen einen geschichtlich interessanten Brief, abgestempelt in Sterzendorf Krs. Namslau, an den Rechtsanwalt Dr. Hirsekorn in Lüderitzbucht, Südwestafrika, zeigen.
Dr. Hirsekorn war Vorsitzender der Anfang September 1937 von den "Deutschen" gegründeten Partei der "Deutsche Südwest Bund".
Der Deutsche Südwest Bund stellte sich zur Aufgabe, "die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen des Deutschtums im Mandatsland zu vertreten, wahrzunehmen und in gemeinsamer Arbeit den Gedanken der Einigkeit im Südwester Deutschtum zu stärken".
Der Deutsche Südwest Bund strebt eine enge Zusammenarbeit mit allen Wirtschafts- und Kulturverbänden, Jugend- und Schulvereinen an, um die Verbundenheit des gesamten Südwester Deutschtums zu stärken.




Der untere Beleg wurde von Gleiwitz nach Nicosia auf der Insel Zypern befördert. Dieser Beleg wurde im Internet für 350,--US $ angeboten.
Beide Belege stellen bis jetzt Unikate dar.


Meldung 12 Oberschlesien-Prüfer

Beim Durchblättern eines alten Ausstellungskataloges, die IFRABA 29.7 – 3.8.1953, Internationale Briefmarkenausstel-lung Frankfurt, viel mir bei den Jurymitgliedern der Oberschlesienprüfer F.K.Vossen auf.
Es ist das erste Bild, das ich von ihm gesehen habe.
Welcher Sammler besitzt weitere Fotos von Oberschlesienprüfern?

                                                                    

Unten stehendes Bild zeigt George Landré. Sein Bild fand ich im Buch:
Wilhelm van Loo: Das philatelistische Prüfwesen der Nachkriegszeit bis 1958 – Vom schwierigen Neubeginn in den Westzonen und der Bundesrepublik Deutschland, BPP-Schriftenreihe – Band 2, Brühl 2008

                                                                   


Meldung 11  SSOS - Der freiwillige Selbstschutz von Oberschlesien

Ein interessanter Brief-Absender, der zu Nachforschungen angeregt hat. Es sind mir bisher zwei Briefe mit diesem Absender bekannt. Beide Briefe sind nachstehend abgebildet.

Stempel Bankau 22.6.21 und 25.6.21

Brief – Absender: P. Neumann Wachtm. (Wachtmeister)

Abschnitt Schlesien, II. Abteilung, 6. Hundertschaft, I. Zug (Michael), Kreuzburg O.S

 

Einkreisstempel: Frwl. Abteil. Schlesien Trupp Michael (auf Brief vom 25.6.21)

                                                    

                                 

 Zu diesem Briefabsender aus der Zeit des 3. polnischen Aufstandes habe ich in dem Buch Oberschlesien in der Aufstandszeit 1918-1921, Erinnerungen und Dokumente, von Generalleutnant A.D. Karl Hoefer, auf den Seiten 114 und 115 folgenden Hinweis gefunden:

„Die Lage war sehr bedenklich, denn es wäre den Insurgenten ein leichtes gewesen, die dünnen, schlecht bewaffneten Linien zu überrennen oder aufzurollen. Es bestand auch die Gefahr, daß die Tschechen ihnen in den Rücken fielen, um sich ihren Teil an deutschem Lande zu sichern. Hier versagte die Führung der Aufständischen, sie kam nicht zum Entschluß, zuzupacken.

In Erkenntnis der großen Gefahr richtete endlich am 10. Mai die Zentrale einen Hilferuf an die Leitung der Organisation Escherich (Orgesch) in München um Zusendung von Kampfverbänden. Da die Orgesch im Vertrauen auf die Pflichten der J.K. keine Vorbereitungen getroffen hatte, erforderte das Eintreffen der von ihr gestellten Abteilungen viel Zeit, bis über die Monatswende hinaus. Inzwischen war schon eine Abteilung der tatkräftig geführten Arbeitsgemeinschaft Roßbach bei Kreuzberg eingetroffen. Sie hatte am 8. Mai unter Rittmeister Freiherr von Loén und Leutnant Michael an der Zembowitzer Bahn und am 10. Mai bei Alt-Rosenberg Gefechte mit wechselndem Glück“.


Meldung 9   Oppelner Notausgabe

Es gibt doch noch immer wieder Sensationen!!!

Ein Prüfkunde hat in einer Partie Briefe und Postkarten aus Frankreich eine echte Oppelner Notausgabe auf einer Postkarte gefunden. Diese Postkarte wurde von einem Kommissionsangehörigen geschrieben und von Oppeln nach Paris befördert. Sie ist frankiert mit der Oppelner Notausgabe, 30 Pfennig Mi.-Nr. ON 10, und stellt ein UNIKAT dar. Die Postkarte ist als Auslandspostkarte um 15 Pfennig überfrankiert.

Weiter ist mit dieser Karte belegt, daß die Oppelner Notausgaben schon am 14.2.1920 verausgabt wurden. Sie ist das erste bekannte Stück mit diesem Datum. Abgestempelt wurde sie mit dem Stempel:   OPPELN  * 1 g

Ich denke, daß in Frankreich noch einige interessante Belege zu finden sein werden.

  

Einheiten sind bei der Oppelner Notausgabe sehr selten und schwer zu finden. Bisher waren mir nur senkrechte und waagerechte Paare bekannt. Unten stehender gestempelter Viererblock ist die bisher größte bekannte Einheit der Oppelner Notausgaben und auch die der Mi.-Nr. ON 1.

      


Meldung 7  Ost-Oberschlesien - Wertbriefe

Bei dieser Meldung wende ich mich mit einem philatelistischen Problem an alle Sammler.

Im letzten Jahr konnte ich eine ordentliche Anzahl (ca. 40 Stück) Ostoberschlesienbelege erwerben. Es war eine unberührte Portostufensammlung. Bis auf zwei Belege, sind sie alle portogerecht frankiert. Aus dieser Sammlung stammen auch die nachfolgenden drei Belege. Es handelt sich bei allen um Wertbriefe von Ostoberschlesien ins Deutsche Reich.

Ich habe alle mir zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft und bin nicht auf die verklebte, bzw. bar bezahlte Portohöhe gekommen. Ich gehe davon aus, daß diese Belege alle portogerecht frankiert wurden, da es sich um Banken-Briefe handelt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Banken zuviel Porto verklebt haben. Über diese Belege sprach ich unter anderem schon mit Sfr. Dr. Heinrich Rack. Er teilte mir mit, daß er auch Banken-Wertbriefe besitze und mit der Höhe des Portos auch Probleme habe. Zur Portofindung habe ich auch das neue polnische Portostufenbuch „Polskie Taryfy Pocztowe 1918-1939“ von Marek Zbierski herangezogen. Auch mit diesem konnte ich die Portostufen nicht klären. Unter diesen Aspekten gehe ich davon aus, daß es noch eine uns bisher unbekannte Postverordnung über den Umgang von Wertbriefen ins Ausland geben muß.

Beleg 1: Es handelt sich um einen Banken-Brief aus Rybnik, befördert nach Berlin. Der Wert beträgt 20.000,--Mark, bei 30gr. Gewicht. Der Brief wurde am 23.4.1923 in Rybnik aufgegeben um kam am 25.4.1923 in Berlin an. Vorderseitig steht rechts oben in der Ecke die Zahl „930“ als zu zahlendes Porto. Dieser Betrag ist rückseitig verklebt. Wie setzt sich nun dieses Porto zusammen?

 

 


Meldung 6    Neuer Plattenfehler

Zufälle gibt es immer wieder! Wie nun im folgenden Fall: Für die Meldung der Verzähnungen habe ich meinen entsprechenden Ordner durchgesehen und fand rein zufällig einen neuen Plattenfehler bei der Mi.-Nr. 29. Da dieser sehr markant ist, fiel er mir auch sofort auf.

Plattenfehler: Einbuchtung des unteren Rahmens unter „M“ von rechtem „MARK“, Feld 61 Teilauflage

                         

Im Bogen habe diesen Plattenfehler auf dem Feld 61 und mit dem Druckdatum C 908 12 gefunden. Bei einem anderen Bogen mit anderem Druckdatum, war dieser Plattenfehler auf Feld 61 nicht zu finden. Daraus ergibt sich, daß der Plattenfehler nur bei einer Teilauflage vorkommt. Nachfolgend bilde ich einen Ausschnitt des Bogens mit dem Plattenfehler ab.
 

Meldung 4    Vorläufer von Oberschlesien

Seltener Fund von Vorläufern des Abstimmungsgebietes Oberschlesien. Diese Vorläufer waren nur vom 12.2.1920 – 19.2.1920 möglich. Die „neuen“ Oberschlesienmarken waren noch nicht am Tag der Machtübernahme in Oberschlesien verfügbar, so daß die Bevölkerung die vorhandenen Marken des Deutschen Reiches weiter benutzten mußte. Mit dem Eintreffen der neuen OS-Marken aus Paris am 19.2.1920, wurden die DR-Marken am 20.2.1920 in ganz Oberschlesien ungültig. Aus dieser Woche müßte es massenhaft Belege als Vorläufer geben, die aber in der Masse der Belege aus dem Deutschen Reich untergegangen sind. Wer kennt schon alle Postorte aus Oberschlesien?

                                    


Meldung 2   Neuer Stempel Abstimmungsgebiet Oberschlesien

Hier präsentiere ich einen neuen, bisher unbekannten Stempel.

ROSENBERG E-

                                    



Wieder einmal kann ich Ihnen einen neuen Stempel vorstellen, den ich bei Ebay erworben habe. Er kam mir irgendwie unbekannt vor. Als ich ihn dann im Stempelkatalog nicht fand, bestätigte sich meine Vermutung. Ich erwarb einen kompletten Plebiscite-Satz mit diesem Stempel. Der ganze Satz war auch noch echt!
Bisher waren von Rosenberg nur die Stempel mit den Unterscheidungsbuchstaben (UB) „a“ und „b“ bekannt.

Die Verwendungszeiten des Stempels mit dem UB „a“ sind bisher: 20.02.1920 – 20.03.1921
Die Verwendungszeiten des Stempels mit dem UB „b“ sind bisher: 20.02.1920 – 14.07.1922
Die Verwendungszeit des neuen Stempels ohne einen UB ist bisher: 20.03.1921
Dieser Stempel paßt in die Reihenfolge der Stempel. Er muß vor den anderen beiden, also früher im Einsatz gewesen sein.

Er bekommt in meinem Stempelkatalog die laufende Nummer 285.1. Somit wird aus dem Stempel 285.1, 285.2 und aus dem Stempel 285.2, die laufende Nummer 285.3.


Neuer Stempel aus  BAUERWITZ  in der Type E-

Dieses Jahr ist echt spannend. Schon wieder geschah es: Ich habe einen neuen, bisher unbekannter Stempel entdeckt! Bei dem Stempel handelt es sich um einen Kreisstegstempel mit Gitterbogen oben und unten aus dem Ort Bauerwitz.

                                                     

Die Verwendungszeit des neuen Stempels ohne einen UB ist bisher: 20.03.1921

Der Stempel bekommt in meinem Stempelkatalog die laufende Nummer 014.2 Somit wird aus dem Stempel 014.2 = 014.3.


Meldung 1  Neuer, unbekannter französischer Feldpoststempel??

 Bei Ebay sind im Jahr 2008 einige Postkarten mit diesem unbekannten Stempel „TRESOR ET POSTES  184„ angeboten worden. Einige Karten sind reine „Mache“!

Blanko entwertete Postkarten wurden mit Marken des Deutschen Reiches, französischen Marken und manche mit polnischen Marken beklebt und dann mit dem Stempel „TRESOR ET POSTES  184„ entwertet. Es ist merkwürdig, daß nach über 86 Jahren noch neue? Stempel auftauchen. Sind Jemandem weitere Stempel bekannt? Kann Jemand Angaben über diesen Stempel machen?